Das „Zentrum für Alte Sprachen und Schriften“ (ZASS) ist ein Verbund von Wissenschaftler*innen, der sich der Forschung und Lehre Alter Sprachen widmet und 2019 an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz gegründet wurde. Das Zentrum verfolgt das Ziel, die vorhandenen Kompetenzen, aktuelle Erkenntnisse und neue Fragestellungen zur Entstehung, Formen und Funktionen von frühen Sprachen, Schriftsystemen und Textquellen aller Art zu bündeln und über die Fachgrenzen hinaus bekannt zu machen. Den Kernbereich bilden die Alten Sprachen und Schriften, die in den Regionen Nordostafrikas, Vorderasiens, des Mittelmeerraums und Mitteleuropas vom 4. Jahrtausend v. Chr. bis ins frühe Mittelalter verbreitet waren.
Die Johannes Gutenberg-Universität beheimatet im Institut für Altertumswissenschaften (IAW), im Historischen Seminar und im Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaften (IKM) des FB 07 sowie in der Theologischen Fakultät (FB 01) eine Vielzahl relevanter Fachdisziplinen, die die enge Zusammenarbeit von Philologien, Archäologien und weiteren Geisteswissenschaften ermöglichen, insbesondere: Ägyptologie, Altorientalische Philologie und Vorderasiatische Archäologie, Klassische Philologie (Latein und Griechisch), Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Altes Testament, Byzantinistik, Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte sowie Mittelalterliche Geschichte.
Das Mainzer „Zentrum für Alte Sprachen und Schriften“ (ZASS) versteht sich als komplementär zum „Verbund Archäologie Rhein-Main“ (VARM), mit dessen Vertreter*innen in verschiedenen Verbundprojekten zusammengearbeitet wird. Weitere wichtige Kooperationspartner sind das Mainzer Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA, ehemals RGZM), die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (AdWL) sowie verschiedene Institute der Rhein-Main-Universitäten (RMU).
Aktuell:
Die letzte Vollversammlung des „Zentrums für Alte Sprachen und Schriften“ (ZASS) fand am 28.01.2026 digital statt. Nach dem Bericht über die Aktivitäten im letzten Jahr wurde der derzeitige Leitungsausschuss gewählt:
- Gruppe 1: Jochen Althoff, Kathrin Gabler, Johannes Pahlitzsch
- Gruppe 2/3: Annemarie Ambühl, Matthias Heinemann.
Die Zahl der Mitglieder des ZASS beläuft sich zum aktuellen Zeitpunkt auf 55, davon der größte Anteil ordentliche Mitglieder als Beschäftigte an der JGU sowie einige Assoziierte aus anderen Forschungseinrichtungen. Neue Mitglieder (ordentliche oder assoziierte) sind jederzeit herzlich willkommen!
Die Planungen sehen u.a. eine weitere Ringvorlesung im WiSe 2026/27 vor, die sich dem Thema der Ratgeberliteratur in der Antike widmen soll. Weitere Veranstaltungen sind in Vorbereitung und werden auf der Startseite des ZASS und per E-Mail rechtzeitig bekanntgegeben.
Dauerhaft:
Wir möchten
- unsere Erforschung und Vermittlung Alter Sprachen sichtbar machen,
- frühe Zeichen- und Schriftsysteme in ihrer Ausprägung und Entwicklung verstehen,
- überlieferte Texte aller Art im Zusammenhang mit anderen kulturellen Hinterlassenschaften betrachten und analysieren,
- die Relevanz der Sprachengeschichte für unsere heutige Kommunikation demonstrieren.
Wir fördern
- den wissenschaftlichen Nachwuchs, besonders im Bereich des Graduiertenstudiums, durch gemeinsame Veranstaltungen wie Seminare, Kolloquien, Sommerschulen, Methodenworkshops, Exkursionen, Praktika u. a. m.,
- den überregionalen Austausch und die interdisziplinäre Zusammenarbeit durch kooperative Forschungsinitiativen, Publikationen, Tagungen,
- die Kommunikation spezifischer Fragestellungen und Erkenntnisse in der universitären und außeruniversitären Öffentlichkeit durch Veranstaltungs- und Vortragsreihen sowie Ausstellungen oder Aufführungen.
Wir stärken
- jedes einzelne „Kleine Fach“ mit seinen besonderen Kompetenzen im Verbund der Altertums-, Sprach-, Kultur- und Geschichtswissenschaften,
- die Position des Rhein-Main-Gebiets als europäischen Hub der multidisziplinären Erforschung Alter Sprachen und Schriften,
- die internationalen Beziehungen zu Forschungszentren und wissenschaftspolitischen Akteur*innen im In- und Ausland.
- Verhoeven, Ursula. Writing Wherever Possible and Meaningful: Graffiti Culture in Ancient Egypt. Context, Terminology, Documentation“. Graffiti Scratched, Scrawled, Sprayed: Towards a Cross-Cultural Understanding, edited by Ondřej Škrabal, Leah Mascia, Ann Lauren Osthof and Malena Ratzke, Berlin, Boston: De Gruyter, 2023, pp. 47-76. https://doi.org/10.1515/9783111326306-002
- Verhoeven, Ursula. Hieratic. UCLA Encyclopedia of Egyptology, edited by In Andréas Stauder, Willeke Wendrich, Los Angeles, 23. August 2023 (open access). https://doi.org/10.5070/G9.4138
- Zöller-Engelhardt, Monika: Sprachwandelprozesse im Ägyptischen. Eine funktional-typologische Analyse vom Alt- zum Neuägyptischen, Ägyptologische Abhandlungen 72, Wiesbaden 2016; IAW, Ägyptologie
- Altägyptische Kursivschriften. Digitale Paläographie und systematische Analyse des Hieratischen und der Kursivhieroglyphen: Akademieprojekt Mainz seit 2015, Ltg. Ursula Verhoeven, Ägyptologie, IAW, in Koop. Andrea Rapp, Computerphilologie, TU Darmstadt
- AKU-PAL: Online-Paläographie des Hieratischen und der Kursivschriften: https://aku-pal.uni-mainz.de/; Version 1.4 veröffentlicht im November 2025: https://aku.uni-mainz.de
- Aurore Motte, in collaboration with Tobias Konrad. 2025. A Paleography of the Book of Kemyt. Beiträge zu Altägyptischen Kursivschriften 1. Heidelberg: Propylaeum (print on demand und open access): https://doi.org/10.11588/propylaeum.1656
- Das Mammisi von Edfu: Inschriften, Dekorationsprogramm, Architektur und Theologie eines ägyptischen Geburtstempels der Ptolemäerzeit; DFG-Projekt 2016-2022, Dagmar Budde, Ägyptologie, IAW.
- Ursula Verhoeven, Hg., Dipinti von Besuchern des Grabes N13.1 in Assiut, 2 Bde. (Text und Tafeln), The Asyut Project 15, Wiesbaden 2020. Free Open Access (Juni 2025)
Siehe auch: Verzettelung im Thesaurus Linguae Aegyptiae (Okt. 2025) - Digitale Edition der Keilschrifttexte aus Haft Tappeh: DFG-Projekt 2019-2022, Ltg. Doris Prechel, Altorientalische Philologie, IAW, & Kai Christian Bruhn, i3mainz
- Neutestamentliche Textforschung – Die altlateinischen Actus Apostolorum, Ltg. Wilhelm Blümer, Klassische Philologie/Latinistik, IAW.
- Neuedition der Historien des Gregor von Tours (Buch 2), Ltg. Rebekka Schirner und Wilhelm Blümer, Klassische Philologie/Latinistik, IAW.
- DFG-Projekt „Akkadische und Hethitische Emotionsbegriffe im Kontext (AHEC)„: Seit Oktober 2022 ist ein neues Projekt in der Altorientalischen Philologie beheimatet: Akkadische und Hethitische Emotionsbegriffe im Kontext (Untertitel: Auf dem Weg zu einem Lexikon der Emotionen in Keilschrifttexten aus dem alten Mesopotamien und Kleinasien). Das Projekt ist eine Kooperation mit der Universität in Tel Aviv, Israel – das Mainzer Team, geleitet von Prof. Dr. Doris Prechel und Dr. Ulrike Steinert, beschäftigt sich mit dem Akkadischen, das israelische unter Prof. Dr. Amir Gilan mit dem Hethitischen. Weitere Infos finden Sie hier unter Forschung.
- thersites. Journal for Transcultural Presences & Diachronic Identities From Antiquity to Date: Open Access-Zeitschrift, herausgegeben von Annemarie Ambühl (Klassische Philologie, IAW), Filippo Carlà-Uhink (Universität Potsdam), Christian Rollinger (Universität Trier) und Christine Walde (Klassische Philologie, IAW)
- DFG-Projekt „Entzauberte Rituale. Spuren der Fluchtafeln und ihre Funktion in der Offenbarung des Johannes“ (Projektleitung: Michael Hölscher, FB 01, Katholisch-Theologische Fakultät, Neues Testament): Das Projekt „Entzauberte Rituale. Spuren der Fluchtafeln und ihre Funktion in der Offenbarung des Johannes“ untersucht Identitätskonstruktionen, Abgrenzungsprozesse und narrative Krisenbewältigungsstrategien einer frühchristlichen Gruppe im Kleinasien des 1. Jh. n. Chr., die sich in der Johannesoffenbarung niedergeschlagen haben. Zu diesem letzten Buch des biblischen Kanons verspricht das Material der Fluchtafeln (defixiones) einen neuen inhaltlichen Schlüssel.
- DFG-Projekt „Lebenshilfe im antiken Rom. Individuelle Strategien zum Umgang mit urbanen Herausforderungen im Spiegel der spätrepublikanischen und frühkaiserzeitlichen Literatur“ (Projektleitung: Annemarie Ambühl & Christine Walde: IAW, Klassische Philologie/Latinistik), Postdoc: Matthias Heinemann). Anhand einschlägiger Texte, die sich konkret auf die Bewältigung von Stresssituationen, Lebenskrisen und traumatischen Erfahrungen beziehen, wird untersucht, was als Herausforderung/Krise wahrgenommen wird, wie solche individuellen Herausforderungen konzeptualisiert werden, und welche prospektiven Praktiken zur Lebenshilfe für die intendierten RezipientInnen, die aber auch exemplarisch für außerrömische RezipientInnen dieser Texte eintreten, vorgeschlagen werden. In einem zweiten Schritt sollen die Ergebnisse mit modernen Psychotherapieansätze verglichen werden. Es ergeben sich darüber hinaus weite interdisziplinäre Horizonte, etwa die Frage, wie diese Texte in späteren Epochen rezipiert und in Adaption an die eigene Lebenswelt weitergeschrieben wurden.
- Projekt „Aristoteles, Historia animalium, Bücher VI und VII. Übersetzt und kommentiert“ (Projektleitung: Katharina Epstein, IAW, Klassische Philologie/Gräzistik)
- DFG-Projekt „Seneca, Epistulae morales V. Einleitung, Text, Übersetzung und Kommentar“ (Projektleitung: Dominik Berrens, IAW, Klassische Philologie/Latinistik)
AKAN – Arbeitskreis antike Naturwissenschaft und ihre Rezeption, Sprecher: Jochen Althoff, Klassische Philologie/Gräzistik, IAW
Frühe Konzepte von Mensch und Natur: Universalität, Spezifität, Tradierung, DFG-Graduiertenkolleg 1876 (2014-2024), Sprecher: Jochen Althoff, Klassische Philologie/Gräzistik, IAW
- Ägyptologische „Binsen“-Weisheiten: Mainzer Tagungs- und Publikationsreihe des AKU-Projekts: I-II: Neue Forschungen und Methoden der Hieratistik, 2016; http://doi.org/10.25358/openscience-573
- III: Formen und Funktionen von Zeichenliste und Paläographie 2019; http://doi.org/10.25358/openscience-5178
- IV: Hieratisch des Neuen Reiches: Akteure, Formen und Funktionen, 2022: https://openscience.ub.uni-mainz.de/handle/20.500.12030/7173
- thersites. Journal for Transcultural Presences & Diachronic Identities From Antiquity to Date: Open Access-Zeitschrift, herausgegeben von Annemarie Ambühl (Klassische Philologie, IAW), Filippo Carlà-Uhink (Universität Potsdam), Christian Rollinger (Universität Trier) und Christine Walde (Klassische Philologie, IAW)
- DFG-Projekt „Lebenshilfe im antiken Rom. Individuelle Strategien zum Umgang mit urbanen Herausforderungen im Spiegel der spätrepublikanischen und frühkaiserzeitlichen Literatur“ (Projektleitung: Annemarie Ambühl & Christine Walde: IAW, Klassische Philologie/Latinistik), Postdoc: Matthias Heinemann). Anhand einschlägiger Texte, die sich konkret auf die Bewältigung von Stresssituationen, Lebenskrisen und traumatischen Erfahrungen beziehen, wird untersucht, was als Herausforderung/Krise wahrgenommen wird, wie solche individuellen Herausforderungen konzeptualisiert werden, und welche prospektiven Praktiken zur Lebenshilfe für die intendierten RezipientInnen, die aber auch exemplarisch für außerrömische RezipientInnen dieser Texte eintreten, vorgeschlagen werden. In einem zweiten Schritt sollen die Ergebnisse mit modernen Psychotherapieansätze verglichen werden. Es ergeben sich darüber hinaus weite interdisziplinäre Horizonte, etwa die Frage, wie diese Texte in späteren Epochen rezipiert und in Adaption an die eigene Lebenswelt weitergeschrieben wurden.
- Thementage der Klassischen Philologie (Christine Walde)
Altägyptische Kursivschriften. Digitale Paläographie und systematische Analyse des Hieratischen und der Kursivhieroglyphen: Akademieprojekt Mainz seit 2015, Ltg. Ursula Verhoeven, in Koop. mit TU Darmstadt (Andrea Rapp),
Digitale Edition der Keilschrifttexte aus Haft Tappeh: DFG-Projekt seit 2019, Ltg. Doris Prechel, IAW, Altorientalische Philologie, & Kai Christian Bruhn, i3mainz
Persons and Names of the Middle Kingdom and the Early New Kingdom: Datenbank, Ltg. A. Ilin-Tomich, IAW, Ägyptologie
Thesaurus Linguarum Hethaeorum digitalis: DFG-Projekt 2020-2023, Ltg.: Gerfrid G. W. Müller (Akademie Mainz/Universität Würzburg), Doris Prechel (Altorientalische Philologie, IAW), Elisabeth Rieken (Universität Marburg), Daniel Schwemer (Universität Würzburg)
U. Verhoeven, Paratextual signs in Egyptian funerary and religious texts from the Saite and Early Ptolemaic Period, in: N. Carlig, G. Lescuyer, A. Motte & N. Sojic, Hgg., Signes dans les textes. Continuités et ruptures des pratiques scribales en Égypte pharaonique, gréco-romaine et byzantine. Actes du colloque international de Liège (2-4 juin 2016), Liège (Papyrologica Leodiensia 9), Liège 2020, 95-112.
M. Stachon, Sueton, De poetis. Text, Übersetzung und Kommentar zu den erhaltenen Viten nebst begründeten Mutmaßungen zu den verlorenen Kapiteln, Heidelberg 2021.
Schultexte, Schreib- und Zeichenübungen im Alten Ägypten:
Ursula Verhoeven, Hg., Dipinti von Besuchern des Grabes N13.1 in Assiut, 2 Bde. (Text und Tafeln), The Asyut Project 15, Wiesbaden 2020.
Klassische Philologie:
C. Brilke, S. Breithecker, F. Geis, M. Heinemann, I. von Oelsen, C. Walde, Caesar und seine Rezeption – ein kulturwissenschaftlicher Thementag in den Weiten des Netzes, in: W. Polleichtner (ed.), Teaching Classics in Pandemic Times, (Didaskalika 7), Speyer 2021, 75–95. (vgl. https://iaw.uni-mainz.de/thementage/ )
Tagung „Netzwerk Gesamtschullatein – Lateinunterricht an integrativen Schulformen“, organisiert von Univ.-Prof. Dr. Christine Walde (JGU Mainz) und Prof. Dr. Katharina Wesselmann (CAU Kiel) (25.-26.11.2022)
Marie-Luise Reinhard-Mika, Est saeculum et mos certus in litteris. Johann Matthias Gesners (1691–1761) Lateindidaktik im Anbeginn der Mehrsprachigkeit, Heidelberg 2023 (Propylaeum Open Access) (Dissertation, Johannes Gutenberg-Universität Mainz & Università degli Studi di Roma „Tor Vergata“, 2023)
„40,000 Years of Human Challenges“, Profilbereich der JGU
„Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen“ (Graduiertenkolleg 2304). Laufzeit: 2018-2027
„Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ (Graduiertenkolleg 1876) . Laufzeit: 2014-2024
Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften (i3 Hochschule, mainzed)
Kai-Christian Bruhn, Raumbezogene Informations- und Messtechnik, i3mainz
Michael Hölscher, Katholische Theologie, Neues Testament, Ruhr Universität Bochum
Fleur Kemmers, Numismatik, GU Frankfurt
Hubert Mara, Institute of Computational Ancient Studies, Archäoinformatik, FU Berlin
Tanja Pommerening, Geschichte der Pharmazie und Medizin, Philipps-Universität Marburg
Andrea Rapp, Computerphilologie, TU Darmstadt
Daniel Schwemer, Altorientalistik, JMU Würzburg
Annette Warner (geb. Imhausen), Geschichte der Mathematik, Normative Orders, GU Frankfurt